TEO - Nordkirche

TEO - Nordkirche

TEO - gewachsen - (er)wachsen? - weiterwachsen

Schwerin: Die schulkooperative Arbeit TEO der Nordkirche wird 20. Mit vielen Gästen aus staatlichen, schulischen und kirchlichen Bereichen feierten Wegbegleiter und Akteure in Salem.
TEO - Tage ethischer Orientierung wird seit mittlerweile 20 Jahren erfolgreich in Schulen im Norden angeboten. Dieses Jubiläum wurde nun in Salem bei Malchin mit aktuellen und ehemaligen Akteuren und Gästen kräftig gefeiert. In seinem Grußwort sagte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommer, Tilmann Jeremias: „TEO – eine Segensgeschichte. Wenn wir das heute feiern, dann ist so vieles mit hineingenommen, was es an schönen und schweren Wegen im Rückblick zu entdecken gibt; vieles, wo wir noch auf der Suche sind: vieles, wo TEO gute Samen gelegt hat, aber Früchte langsam reifen.“
Entwickelt wurde dieses besondere Format der schulkooperativen Arbeit 1999 in Mecklenburg-Vorpommern als gemeinsames Angebot der damaligen Evangelisch Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Bruderhilfe Versicherung und des Bildungsministeriums. Das Projekt sollte Wege finden, die extrem häufig auftretenden „Disko- Unfälle“ im Straßenverkehr zu bewältigen und möglichst zu verhindern.
Schnell wurde deutlich, dass Schülerinnen und Schüler, aber auch deren Lehrerinnen und Lehrer, großen Bedarf an der Auseinandersetzung mit eher schwer fassbaren Themen von Tod und Leben hatten und immer noch haben.
In den vergangenen Jahren änderten sich mit der Gründung der Evangelisch Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und der zusätzlichen Verbreitung des nunmehr landeskirchlichen Arbeitsbereichs in die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein zwar äußere Gegebenheiten und die zugrundeliegenden Fragestellungen, aber das Prinzip blieb erhalten, erklärt Leiterin Carola Häger-Hoffmann: „ Schulkooperative Arbeit ist im besten Fall immer eine Win-Win-Situation. Zuallererst sollen die Schüler*innen von unseren Angeboten profitieren. Lebensweltlich orientierte Themen sprechen alle Kinder und Jugendliche an, völlig losgelöst von Konfessionen oder überhaupt religiöser Verhaftung.
Zusätzlich wünschen wir uns auch, dass Lehrkräfte von unseren Angeboten gewinnbringend partizipieren, indem sie mit gut aufgearbeitetem Material und zusätzlichen personellen Ressourcen neue und andere Methoden in den schulischen Alltag integrieren können.“ Die Schulen nehmen das Angebot gerne an – und auch die Nordkirche profitiert letztlich auch von dieser Arbeit, ergänzt Hans-Ulrich Keßler, Leiter des Hauptbereichs Schule, Gemeinde- und Religionspädagogik: „…denn wir haben die große Chance auf Kinder und Jugendliche zu treffen, die ansonsten nie in den Kontakt zu kirchlichen Angeboten gekommen wären. Schüler*innen erleben kirchliche Mitarbeitende in einer häufig intensiven Zeit, werden in der Ganzheit ihrer Persönlichkeit angenommen. Dieses trifft auch nicht nur auf die Kinder und Jugendlichen zu, sondern auch auf die Lehrkräfte, Ehrenamtliche und Eltern“
Mittlerweile bietet das TEO-Team eine ganze Reihe von verschiedenen Modulen für jede Klassenstufe an, die den jeweiligen Gegebenheiten und Bedürfnissen angepasst werden
können. Diese Vielfalt und individuelle Freiheit des TEO-Konzepts lobt auch Prof. Dr. Michael Domsgen von der Universität Halle in seinem Fachvortrag: „ Offen zu sein für einen Moment, in dem sich Resonanz einstellt, für den Moment, in dem Menschen von einer Sache ergriffen werden. Dieser Kairos-Moment kann nicht künstlich herbeigeführt werden, aber er muss erkannt und verarbeitet werden, wenn er da ist. In diesem Moment sind Menschen plötzlich in der Lage, sich auf die großen, letzten Fragen einzulassen, denen man sonst eher ausweicht.“
Neben der Auseinandersetzung mit emotional bedeutsamen Themen setzt das TEO-Konzept auch auf eine Begegnung am so genannten „Dritten Ort“. Dabei geht es darum, dass Erwachsene und Kinder bzw. Jugendliche in ungewohnten Situationen begegnen und gemeinsam ein Thema bearbeiten, das außerhalb ihres üblichen Referenzrahmens behandelt wird. „Durch dieses Vorgehen kann keiner der Verantwortlichen den Raum für sich beanspruchen, da dort alle nur Gäste sind – das schafft eine gemeinsame Ebene, die ein anderes Arbeiten ermöglicht“, führt Prof. Dr. Domsgen aus.
Insgesamt scheint es sich also abzuzeichnen, dass die Schulkooperative Arbeit auch viele weitere Jubiläen feiern kann und wird.
Kontakt zu Carola Häger-Hoffmann und ihrem Team können Sie unter 0385/59038-0 oder www.teo.nordkirche,de aufnehmen.

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